Wildschütz Großlaudenbach

Die Geschichtliche Entwicklung des Böllerschießens 


Böllerschießen vertreibt die bösen Geister. Die Entstehung dieses Brauchtums wurzelt in vorchristlichen, vermutlich germanischen Glaubensvorstellungen, aus denen Lärmumzüge aus der Zeit der Wintersonnenwende bekannt sind, nur dass die Menschen damals, anstelle der noch nicht bekannten Schusswaffen, Glocken, Peitschen oder ähnliche Dinge benutzten. 
Die Gestalten altdeutscher mytischer Überlieferung lebten im Volksglauben fort als böse Geister und Dämonen, die besonders während der Rauhnächte (die 12 Nächte zwischen dem 24. Dezember und 6. Januar) ihr Unwesen trieben, und gegen die es sich durch Lärm und Räucherungen zu schützen galt. 
Im Laufe der Jahrhunderte vollzog sich allmählich eine stärkere Bindung des Brauchtums an das Christentum. Das Böllern wurde vorwiegend als religiöser Brauch zur Ehre des Herrn empfunden. Man schoss jetzt in der Weihnachtszeit zur Feier von Christi Geburt und an hohen Festtagen wie Pfingsten, Fronleichnam, Kirchweih und Allerheiligen. 
Heute wird der Brauch des Böllerschießens außer zu den kirchlichen und religiösen Anlässen, zu verschiedenen anderen Anlässen wie Festumzüge, Hochzeiten, Traditionsfesten, Geburtstagen und Beerdigungen gepflegt. 
Im Berchtesgadener Land wurde das „Weihnachtsschießen“ erstmals im Jahre 1666 urkundlich erwähnt und zwar in Form eines Verbots. Die Bemerkung im „Fürstlichen Berchtesgadener Ratsprotokoll“, „Das Schießen fördere nicht die Ehre Gottes“, lässt vermuten, dass man auch damals noch den Brauch als unchristlichen Aberglauben empfand. Gleichzeitig aber wollte man wohl dem unausrottbaren Hang zum Wildern entgegentreten und auch eine Gefährdung der Menschen durch leichtsinniges Umgehen mit Schusswaffen verhindern. 
Bei der Inthronisation oder Begrüßung des jeweiligen Fürsten und Landsherrn war das festliche Schießen freilich schon erlaubt. 
Die alten Zeiten sind längst vorbei, doch reglementiert wird das Böllern auch heute noch. Die Böllerschützen schießen heute zu den verschiedensten Anlässen wie: Hochzeit, Silber- und Goldene Hochzeiten von Mitgliedern, Proklamation des Schützenkönigs, Beerdigung von Mitgliedern, kirchlichen und politischen Anlässen, aber auch bei Festzügen und Festen.

Wie wird man Böllerschütze
 
Persönliche Voraussetzungen zum Böllerschießen:
  • Mindestalter 21 bzw. in Ausnahmefällen 18 Jahre
  • Körperliche und geistige Gesundheit

Zuerst ist bei der für den Wohnsitz zuständigen Verwaltungsbehörde (in Bayern Landratsamt, Kreisfreie Stadt oder Kreisverwaltungsreferat) eine sogenannte Unbedenklichkeitsbescheinigung (UB) zu beantragen. Wenn diese UB vorliegt, kann bei einem anerkannten Lehrgangsträger an einem Lehrgang zur Erlangung der Fachkunde teilgenommen werden. Dieser Lehrgang schließt mit einer Prüfung und dazugehörigem Zeugnis vor dem Gewerbeaufsichtsamt ab. Mit diesem Zeugnis kann man bei der zuständigen Verwaltungsbehörde (siehe oben) die Erlaubnis nach § 27 Sprengstoffgesetz (SprengG) beantragen. Die Erlaubnis ist in der Regel gültig für fünf Jahre, dann muss rechtzeitig vor Ablauf der fünf Jahre, für weitere fünf Jahre eine Verlängerung beantragt werden.

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Ansprechpartner
 
Wenn wir interesse geweckt haben als Böllerschützin/ Böllerschütze aktiv zu werden, steht ihnen unser Böllerreferent zur Verfügung.
 
Böllerreferent
 
Tobias Elsesser
Stocknöllstrasse 2
63828 Kleinkahl
060246370149
01608705944