Wildschütz Großlaudenbach

Vereinsgeschichte des Schützenvereins "Wildschütz" e.V.

Am 1. Januar.1911 wurde der Schützenverein „Wildschütz“ von folgenden 13 Gründungsmitgliedern aus der Taufe gehoben.
Diese waren:
                         Raphael Hufgard                Josef Pfaff
                         Josef Gessner                      Michael Scherer
                         Franz Jordan                       Alexander Jordan
                         Alois Büttner                       Konstantin Rosenberger
                         Wilhelm Feld                       Joseph Feld
                         Wilhelm Jordan                  Philipp Pfaff
                         Josef Stenger
Zum 1. Schützenmeister wurde damals Raphael Hufgard gewählt.

Der Name „Wildschütz“ bereitete einigen, alter Überlieferung nach, jedoch Probleme. Das zuständige Bezirksamt äußerte Bedenken gegenüber dem damaligen Bürgermeister  und fragte an, ob der Verein aus lauter „Wilddieben“ bestünde. Erst der Nachweis eines einwandfreien Leumundes und die Fürsprache durch einen dem Verein wohlgesinnten Förster konnten die Zweifel aus dem Weg räumen.

Als oberste Priorität hatte sich der neu gegründete Verein den Bau eines Schießstandes und die Anschaffung von Stutzen gesetzt.
Von 1923 bis 1933 wurden die Vereinsgeschicke von Wilhelm Englert geleitet. Durch die Vereinnahmung des Vereins in das „3. Reich“ am 21.10.1933 und den Ausbruch des 2. Weltkrieges kam das Vereinsleben vollkommen zum Erliegen.
Erst am 14. Mai 1952 wurden die Aktivitäten im Verein wieder aufgenommen. In der bereits 4 Tage später einberufenen Generalversammlung wurde August Pistner (1952-1955) zum 1. Schützenmeister gewählt. Die Übernahme der alten, noch bestehenden Satzung wurde, bis auf einige Änderungen, beschlossen.
Als vordringlichste Neuanschaffung wurde der Erwerb von Gewehren angesehen, da die früheren, sich im Besitz des Schützenvereins befindlichen Waffen, beim Einmarsch der Amerikaner restlos vernichtet worden waren.
Bereits im Oktober des gleichen Jahres fand dann schon das 1. Preisschießen mit dem Nachbarverein „Treff Schimborn“ statt, das im damaligen Vereinslokal Gessner ausgetragen wurde.
Ein herausragendes Ereignis war im Jahr 1956 die Weihe der Vereinsfahne.
Sie trägt die Inschrift:

 „Schau aufs Ziel und sprich nicht viel“.

Die Fahnenpatenschaft übernahm Frl. Tilly Gessner und als Patenverein fungierte der Schützenverein „Grünthal Oberafferbach“.
1. Schützenmeister von 1955 – 1958 war Josef Behl, der 1965 von Bernhard Englert abgelöst wurde.

Im Jahr 1958 wurde erstmals das Königsschießen ausgetragen, das bis zum heutigen Tag fortgesetzt wird.

Da die vorhandenen Schießstände in der Gaststätte Gessner nicht ausreichend und auch nur provisorischer Art waren, wurde die Errichtung eines eigenen Schützenhauses dringend gewünscht. Nach jahrelanger Suche unter Schützen-meister Behl Josef (1965-1972) war 1972 im „Sauerellern“, in Kleinlaudenbach, mit dem Kauf eines Grundstückes ein geeigneter Standort gefunden worden. Die Leitung des Vereins übernahm jetzt Karl Kaufmann  als Schützenmeister (1972-1976). Nachdem die Baugenehmigung durch das Landratsamt für den Schützenhausneubau Ende 1974 vorlag, konnte bereits im Frühjahr 1975 mit den Bauarbeiten begonnen und im September des gleichen Jahres Richtfest gefeiert werden.
Durch das zügige Voranschreiten der Bauarbeiten unter dem Schützenmeister -Team Pfaff Hans  und Albert Gottfried (1976-1995) wurde nach nur 2 ½ jähriger Bauzeit am 16. Juli 1978 offiziell die Schützenhaus-Einweihung gefeiert.
Auch das rege Vereinsleben zu anderen Schützenvereinen kam während dieser Zeit nicht zu kurz. So übernahmen die „Wildschützen“ im Jahr 1975, anlässlich des 20 -jährigen Bestehens, beim Schützenverein „Spessartschütz“ Vormwald die Patenschaft bei der Fahnenweihe.

Freundschaftliche Beziehungen zu einem Schützenverein außerhalb des Gaues Main-Spessart bestand seit 1977 zu „Gut Schuß“ Obersinn.

Ein wohl unvergessliches Ereignis für die Mitglieder unseres Vereins war die Teilnahme am Oktoberfestzug in München im Jahr 1984.

Besonders zarte Bande wurden 1986 zum Schützenverein Sieversen-Leversen, bei Hamburg, geknüpft. In den darauf folgenden inzwischen 25 Jahren bis heute ergaben sich hieraus gegenseitige Festbesuche, nette Kameradschaften und schützenbrüderliche Verbindungen.

Einem besonderen Wunsch unserer aktiven Schützen wurde mit dem Neubau eines Kleinkaliber-Schießstandes Rechnung getragen.
Nachdem 1991 die Genehmigung für den 25-m-Pistolenstand und die 50-m-Gewehr-anlage erteilt war, konnte im Juli 1992 mit dem Bau begonnen werden. Die Erdarbeiten, Herstellung der Abwasserbeseitigung, Erstellung der Fundamente und einer 35-m-Betonwand konnten dann noch bis Ende 1992 erledigt werden.
Das Hauptgebäude des KK-Standes wurde 1993 und das Nebengebäude des Pistolenstandes 1994 errichtet, so dass 1995 mit dem Innenausbau begonnen werden konnte. Ende 1996 war der Bau vollendet und konnte in Betrieb genommen werden.
1995 wurde Peter Hohmann zum 1. Schützenmeister gewählt und zunächst noch bis 1999 von Albert Gottfried, dann von Andrea Fischer unterstützt.

Erfreulich war, dass die erste Luftgewehrmannschaft 2001 die Qualifikation zur Unterfrankenliga geschafft hatte und bis 2003 in der höchsten unterfränkischen Liga mitschießen konnte (Schützen: Bürki Dieter, Behl Kerstin, Behl Martin, Reinke Martin und Thomas Feld).

Im Jahr 2006 schoss erstmals eine Luftpistolenmannschaft für Wildschütz Großlaudenbach, die bis 2011 jedes Jahr aufgestiegen ist und aktuell in der höchsten Klasse im Gau schießt (Schützen: Fleckenstein Daniel + Florian + Peter, Schneider Stefan).

Die sportlich bisher größten Erfolge unseres Vereins konnten im Luftpistolenbereich gefeiert werden:
2009: Florian Fleckenstein wurde Bayerischer Meister der Luftpistole, Jugend.
2010: Daniel Fleckenstein wurde Bayerischer Meister der Luftpistole, Schüler.

Beim einem Tag der offenen Tür in den Sommerferien 2010 wurden erfolgreich neue Mitglieder geworben. Über 20 neue Mitglieder konnten dazu gewonnen werden. Die Sportmöglichkeiten wurden um das Bogenschießen erweitert.

In den letzten 20 Jahren konnten 5 Wildschützen aus Großlaudenbach zum Gauschützenkönig gekürt werden:

1991 Dieter Bürki
1997 Karl-Heinz Albert
1998 Markus Behl
2000 Martin Reincke
2008 Holger Pfaff